WAS IST EINE MYSTERIENSCHULE?

„Eine Mysterienschule ist eine Universität der Seele,
eine Schule für das Studium der Mysterien der inneren Natur des Menschen. (…) Durch das Verständnis dieser Mysterien begreift der Schüler (…) seine letztendliche Einheit mit dem Göttlichen.“

Diese klare Beschreibung stammt von der Theosophin Grace F. Knoche aus ihrem Buch „The Mystery Schools“ (Theosophical University Press 1999).
Vermutlich gab und gibt es Mysterienschulen innerhalb aller großen religiösen Strömungen der Menschheitsgeschichte, doch ist die Bezeichnung westeuropäischen Ursprungs und geht auf das antike Griechenland zurück. Die ersten Mysterienschulen seien jedoch bereits vor 4 oder 5 Millionen Jahren gegründet worden, behauptet Knoche, „als Atlantis sich durch spirituellen Frevel selbst zu zerstören drohte“.

Solche Aussagen aus der esoterischen Philosophie sind sicherlich nicht mit der darwinschen Evolutionslehre vereinbar. Anstatt sich jedoch in historischen Spekulationen zu verwickeln, erscheint es angemessener, Mysterienschulen als einen zeitlosen Ort der Lehre zu betrachten, einen Ort des Lehrens und des Lernens, nicht des Suchens. Einen Ort intensiver Erforschung verborgener innerer Gesetzmäßigkeiten des Universums, geistiger Disziplin und inneren Erwachens. Seit jeher dienten sie der Erweckung, der Erhaltung und der Weitergabe des Wissens von Generation zu Generation; des Wissens über Gesetze des Kosmos, über die Liebe, den inneren Frieden, das SELBST.

Mysterium bedeutet Geheimnis, und in den Mysterienschulen wurde und wird Wissen gelehrt, welches der Allgemeinheit nicht zugänglich ist. Doch was bedeutet Geheimnis, geheimes Wissen, Geheimlehre? Viel zu häufig ist damit Geheimniskrämerei, esoterische Spinnerei, magischer Hokuspokus und Aberglaube verbunden worden. Der denkende Geist im Menschen ist fasziniert vom Geheimen, während er das Offensichtliche übersieht. Rumi, der große Sufi-Mystiker und Poet des 13. Jahrhunderts, sprach deshalb von einem offenen Geheimnis. Ein Widerspruch in sich selbst und vom denkenden Geist nicht lösbar. Das Wissen um die wahre Natur des Menschseins – es ist offensichtlich und gleichzeitig verborgen. Für jeden Menschen offen zugänglich, doch nur von sehr wenigen erkannt. Das ist das eigentliche Mysterium.

Die moderne Mysterienschule – Herz der Enneallionce

Wirkliche Transformation geschieht nicht durch bestimmte geheime Praktiken, sondern durch die Offenbarung eines stillen Geistes (no-mind). Dieser Einkehr in die innere Stille ist die Arbeit in der Mysterienschule letztlich gewidmet. Um von dieser Stille dauerhaft zu kosten, ist es manchmal notwendig, durch den inneren Sturm zu gehen, der durch Innere Arbeit vorübergehend entfacht werden kann.

Als Schule der integralen Praxis bezieht sich die Mysterienschule auf alle Ebenen des menschlichen Bewusstseins. Die Arbeit berührt die drei Zentren menschlicher Intelligenz – instinktiv, emotional und mental – und deutet auf die Möglichkeit umfassender Transformation der inneren Enge des konditionierten Ich-Bewusstseins.

Die Mysterienschule ist ist kein Ort des Suchens, sondern ein zeitloser Ort der Lehre und des fortgeschrittenen Lernens, ein Raum intensiver Erforschung verborgener innerer Gesetzmäßigkeiten des Universums und der Übung geistiger Disziplin. Dennoch dient sie nicht der Nabelschau vergeistigter Seelen, sondern der konkreten Umsetzung des Gelernten in der Welt.

Seitdem im Jahre 2007 die von der Enneallionce früher angebotenen „Jahresgruppen“ in die Mysterienschule integriert wurden, gibt es in der Schule einen Äußeren Kreis und einen Inneren Kreis. Der Innere Kreis bezeichnet den nicht-öffentlichen Teil der Schule. In den Inneren Kreis können Schüler nicht eintreten, sie können nach einer Bewerbung aufgenommen werden.

Schülerstimmen

„In der Mysterienschule berühren wir alle wichtigen Knotenpunkte, die das Spinnennetz des Ichs zusamenhalten. Knotenpunkte, an die sich die Illusionen gebunden haben. Es ist Erregung da, dann kommt Angst und dann das Verbot, die Erregung zuzulassen. Angst kommt und geht wie ein Pulsieren, wie Wärme. Angst muss respektiert werden. Sie ist eine Kraft, die Grenzen setzt.“
Elvira S.

„Innere Arbeit, ein Vordringen in altbekannte Tiefen.“
Martin S.

„Wirkliche Transformation geschieht jedoch nicht durch bestimmte geheime Praktiken,
sondern durch die Offenbarung eines stillen Geistes.
Im Zen ist es der Zustand des mushin, der no-mind, der Geist ohne einen Geist. Der geistlose Geist.
Dieser Einkehr in die innere Stille ist die Arbeit letztlich gewidmet. Um von dieser Stille dauerhaft zu kosten, ist es notwendig, durch den inneren Sturm zu gehen, der durch Innere Arbeit vorübergehend entfacht werden kann.
Denn Ruhe ist vor dem Sturm. Stille ist nach dem Sturm.

OM C. Parkin