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ZYKLUS ZUM INNEREN KIND

Jedes Kind ist seinem Wesen nach ein freier Ausdruck von Kreativität, Lebensfreude und Unschuld. Doch schon früh beginnen die Eltern aus Unwissenheit damit, die freie Seele des Kindes geistig in Besitz zu nehmen und nennen es Erziehung“ oder gar „Liebe“. Sie lieben ihr Kind auf natürliche Weise, doch ist ihre Liebe nicht frei. So entwickelt sich in dem Kind bald die gleiche Verwechslung von Liebe mit geistig-körperlichem Besitz.

 Ein tragisches Missverständnis, welches später die Partnerschaften dieses Kindes bestimmen wird. Die freie Seele des Kindes, die nicht für ihr Freisein geliebt wird, zieht sich zurück und im Heranwachsenden übernimmt jetzt eine innere Instanz mit Erziehungsanspruch zunehmend die Oberherrschaft. Ob er es will oder nicht: Der Mensch (v)erzieht sich als Erwachsener innerlich so, wie es ihn seine Eltern gelehrt haben.

Die Folge ist eine zunehmende Trennung zwischen der Instanz der Seele, die wir „inneres Kind“ nennen, und einem „inneren Erwachsenen“. Eine innere Trennung, geprägt durch gegenseitiges Unverständnis. Das innere Kind fühlt sich verletzt und missverstanden, schützt seine Wunden im Verborgenen und kapselt sich mehr und mehr ab, während die innere Instanz des erziehenden Erwachsenen sich von den unberechenbaren Emotionen des Kindes zunehmend bedroht fühlt und sich weigert sie zu fühlen. Diese innere Atmosphäre misstrauischer Distanz zwischen dem inneren Kind und dem inneren Erwachsenen erlaubt es dem Kind nicht, Kind zu sein und dem Erwachsenen nicht, erwachsen zu sein. In dieser Situation stagniert die innere Entwicklung des Menschen, oder sie wird einseitig: Es entwickelt sich eine begrenzte, rationale Intelligenz, während das fühlende Wesen des Kindes verkümmert.

Innere Arbeit ist der natürlichen, ganzheitlichen Selbstentfaltung der menschlichen Seele gewidmet. Die Integration des inneren Kindes ist dafür ein wichtiger Schlüssel. Ein Schlüssel, der viele innere Türen öffnen kann. Deshalb beginnen wir den Zyklus Innerer Arbeit mit dem inneren Kind. Menschen lernen die bewusste Wiederaufnahme des Dialoges zwischen dem inneren Kind und dem liebevollen inneren Erwachsenen. Diese innere Kommunikation birgt in sich eine große Heilkraft und fügt in der Seele wieder zusammen, was zerrissen und getrennt schien.

Kinder der Freiheit

Dieses Treffen widmet sich dem inneren Kind, das in jedem Menschen lebt, und der Notwendigkeit, dieses Kind mit dem liebevollen inneren Erwachsenen der Gegenwart wieder in Kontakt zu bringen…

Tyrannei der Kindlichkeit

Dieses tyrannische Kind blockiert das innere Wachstum, die Erkenntnisfähigkeit eines Menschen und seine Freude am Leben. Besonders in emotionalen Stresssituationen wird es aktiv…

 

Schülerstimmen

„Das Spannende war für mich: Mein Verstand hat mir gesagt, es wird ganz bestimmt traurig dem Kind zu begegnen. Das war gar nicht so, sondern mir ist erst mal viel Freude begegnet, Leichtigkeit und Freude.  Wenn ich mich mit dem Kind gezeigt habe und die Seminarleiterin Ulrike das Kind sehen konnte …, dass das Kind da sein durfte und auch von anderen gesehen wurde.  Ich glaube das ist heilsam, dass nichts damit gemacht wird.“ 
Elisabeth P.

„Das erste Seminar, das ich hier im Haus hatte, war „Kinder der Freiheit“.
Da habe ich zum ersten Mal erlebt, dass das was mich traurig macht, was mir weh tut, was schmerzt, dass das sein darf. Bis dahin hatte das ein Verbot.
Zum ersten Mal habe ich gespürt, da ist ein Schmerz in mir, da ist etwas Verletztes in mir, das darf einfach sein, das hat eine Berechtigung in den Raum zu treten.
Da ist eine Instanz, die sagt, ja, da ist etwas in dir, das weh tut, etwas Verletztes, und das darf sein, das bist du auch. Das war wie ein Trost, das war wahrscheinlich genau das was ich brauchte.“
Marion T.

„Woran ich mich am meisten erinnere, ist die Botschaft, diesem Kind in mir auch mal Stopp zu sagen. Dass es nicht immer nur darum geht es zu trösten und zu liebkosen, dass das Kind auch mal eine Grenze braucht, dass es eine Erwachsene braucht, die sagt, jetzt ist auch mal gut.
Ich habe einen Brief an meine Mutter geschrieben. Da ist dieser ewige Vorwurf abgefallen, dass sie mich nicht genug geliebt hat. Ich kam in Kontakt mit einer Dankbarkeit, dass sie mich geboren hat, mich versorgt hat, dass sie täglich für mich da war, sich um mich gekümmert hat.
Das wirkt auch in unserer Beziehung jetzt noch nach.
Ich bin ein Stück erwachsener geworden und kann jetzt mehr für mich stehen.“
Elisabeth P.

„Und es ist gut, man kann so sein wie man ist. Seit ich immer mehr verstanden habe, dass es so etwas in mir gibt wie einen Mind und das innere Kind, und dass es das ist, was mein Leiden verursacht, bin ich sehr daran interessiert, zu sehen was genau da passiert, um damit Frieden zu schließen, nicht mehr in diesem Leiden zu hängen.  Zu sehen, dass das nicht ich bin sondern etwas in mir, das dieses Leiden verursacht.
Wenn das die anderen Menschen auch sehen könnten, denke ich, wäre es eine friedlichere Welt, man könnte sich besser austauschen und kommunizieren.“
Helge M.

„In der Tyrannei der Kindlichkeit drehte sich das Bild, da konnte ich sehen,
dass das, was mir vermeintlich im Außen immer angetan wurde, ich mit mir selber mache. Dass ich das jeden Tag mit mir mache, mit mir auf eine Art umgehe, die mich selbst immer wieder verletzt. Das ist sehr schmerzhaft, hat mich sehr traurig gemacht.
Und es kam eine gewisse Stärke, eine Kraft in mir, die annehmen wollte Verantwortung zu tragen für das was da ist. Ich war nicht mehr Opfer.““
Helge M.

„Und eine Frau, ein Kind an ihrer Brust, trat vor und sagte:
„Sprich uns von den Kindern.“
Und er sagte: „Eure Kinder sind nicht eure Kinder.
Des Lebens Sehnsucht nach sich selbst ist es,
die eure Söhne oder Töchter zeugt.
Sie kommen durch euch, aber nicht von euch.
Sie sind zwar bei euch, doch gehören sie euch nicht.
Gebt ihnen eure Liebe.
Die Gedanken aber, die ihr denkt, gebt ihnen nicht.
Sie haben ihre eigenen Gedanken.
Beherbergt ihre Körper, doch nicht ihre Seelen,
denn ihre Seelen wohnen in dem Haus von morgen,
das ihr nicht betreten könnt, selbst nicht in euren Träumen.“

Khalil Gibran